Am Wochenende standen für den Westfälische Floorball Club die letzten Spiele der Hinrunde gegen die Nord-Clubs aus Neuwittenbek und Mittelnkirchen/Stade auf dem Plan. Mit Schützenhilfe der Konkurrenz wäre der Sprung an die Tabellenspitze möglich gewesen. Nach zwei intensiven Spielen reichte es nach einem Sieg und einer selbstverschuldeten Niederlage jedoch lediglich zu Platz drei.
Bei der Anfahrt zum weit entferntesten Auswärtsspiel der Saison gab es für die Mannschaft des WFC einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Wegen einer Teilsperrung der Autobahn 1 wurden einige Autos durch ihre Navigationsgeräte direkt auf die Zufahrt eines Bauernhofes geführt. Nachdem der richtige Weg wiedergefunden wurde, sollte es fortan keine weiteren Probleme bei der Anfahrt geben, so dass man das Ziel in Gettorf nach gut fünfstündiger Fahrt rechtzeitig erreichte. Das gewohnt gute und intensive Aufwärmprogramm endete diesmal jedoch mit der Verletzung von Spielertrainer Artis Zvagulis, der daraufhin für das Spiel ausfiel. Somit musste der WFC den ersten Teil der Herausforderung “Herbstmeisterschaft” mit zehn Feldspielern und zwei Torhütern angehen, da auch Raven Hoffman aufgrund einer Erkältung für das Wochenende kurzfristig absagen musste.
Die Gastgeber aus Neuwittenbek begannen die Partie äußerst druckvoll und mit einem sehr hohen Spieltempo, was in der Verteidigung des WFC zu Beginn zu großen Problemen führte. Dennoch gelang Andreas Ritter bereits nach gut einer Minute das erste Tor. Dieses tat der Mannschaft gut, auch wenn sie in der Folge weiterhin nervös aufspielte. Dieses konnte jedoch durch einige taktische Umstellungen gelöst werden. In das Spiel des Westfälischen FC kehrte immer mehr Ruhe und Abgeklärtheit ein. In der Defensive wurden die Schüsse gut durch die Verteidiger abgeblockt oder die gegnerischen Stürmer in ungünstige Schusspositionen abgedrängt. Wenn dennoch ein Schuss aufs Tor kam war mit Tobias Hoffmann ein sehr gut aufgelegter Goalie zur Stelle. Auch im Angriffsspiel kehrte mehr und mehr die gewohnte Ruhe ein. So konnten Andreas Ritter und Florian Bockholt in der Mitte des Drittels die Führung auf ein 3:0 ausbauen. Dies waren jedoch nicht die einzigen Chancen des Vereins aus Kamen und Münster. Nachdem Francesco Witte den TSV Neuwittenbek wegen Stoßen in Unterzahl brachte, lief der Ball beim WFC sehr rund, so dass die Westfalen ihre Überzahl gekonnt durch ein Tor Karlis Krastins ausnutzen konnten. Ohne weitere Vorkommnisse wurde das erste Drittel beendet. Dementsprechend hochzufrieden machten sich die Westfalen auf den Weg in die Kabine.
Im zweiten Drittel zeigte der WFC weiter eine sehr konzentrierte Leistung in der Verteidigung, mehrmals mit der Unterstützung des Pfostens und der ungenauen Chancenverwertung des TSV. Es entwickelte sich ein stark körperbetontes Spiel, das nun auf beiden Seiten zu Strafzeiten führte. Dennoch änderte sich nichts daran, dass der Ball weiter nur den Weg ins Tor des TSV Neuwittenbek fand. So erhöhten Karlis Krastins (2x + 2′) und Florian Bockholt (1x + 4′) ihre Tor- und Strafzeitausbeute. Mit dem Spielstand von 7:0 endete das zweite Drittel. Der WFC konnte seine errungene Führung zu Beginn des letzten Abschnittes abermals ausbauen. Erneut traf Karlis Krastins ins Tor. Aber nur 2 Minuten später sollte dann auch mal ein Ball ins Tor des WFC gehen. Bis zum Ende des Spiels vergaben beide Teams noch weitere Torchancen, aber dies änderte am Ausgang des Spieles nichts mehr. Der WFC holte sich die 3 Punkte aus Neuwittenbek.
Bei den Westfalen konnte man vor allem drei Spielern ein sehr gutes Zeugnis für das Spiel ausstellen. Karlis Krastins der vorne gewohnt die Bälle versenkte. Florian Bockholt der als Center defensiv nichts zuließ, nach vorne schöne Pässe spielte und zudem zweimal selbst den Ball im Tor unterbringen konnte. Der wichtigste Mann an diesem Abend im hohen Norden war jedoch Thanh Binh Tran, der als Verteidiger enorm viele Schüsse geblockt, viele Pässe abgefangen und im Notfall die Abwehr jederzeit zusammengehalten hatte.
Insgesamt verlief der erste Teil der Auswärtstour sehr erfreulich. Dazu trugen das Spiel des WFC, die souveränen Schiedsrichter Jörg Heuer und Jan Hoffmann und das Ergebnis von 8‑1 jeweils ihren Anteil bei. Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch die beeindruckende Fankulisse vor der der TSV Neuwittenbek seine Heimspiele austrägt. Auch trotz der deutlichen Niederlage hielt die lautstarke Unterstützung über die gesamte Spielzeit an.
geschrieben von André Kiethe
Aufstellung:
TSV Neuwittenbek:
[T] Anton Titarenko, Alexander Haffner, Harder Kock, Alexander Scholz, Ole Jensen, Nils Baasch, Niclas Hammerich-Dietrich, Matthias Radbruch, Tibor Hiemcke, [T] Nils Jöhnk, [C] Daniel Kunze, Moritz Marschke, Francesco Witte, Yannik Sydow, Sascha Kaliebe
Westfälischer Floorball Club:
[T] Tobias Hoffmann, [T] Dieter Ritgen, Björn Büchler, Tobias Wangemann, [C] Andre Kiethe, Viktor Klewno, Alexander Panzer, Karlis Krastins, Florian Bockholt, Andreas Ritter, Philipp Mertens, Thanh Binh Tran, Artis Zvagulis
Statistiken zum Spiel unter http://statistik.floorball.de/
Nach einem gemeinsamen Essen und dem anschließenden Besuch einer Geburtstagsfeier eines Neuwittenbeker Spielers zog man für eine „kurzen Nacht“ (für einige eine sehr kurze Nacht) in die Sporthalle des TSV, bevor man sich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg ins „Alte Land“ nach Steinkirchen machte, um dort die Mission „Herbstmeisterschaft“ zu vollenden. Nach gut zweistündiger Fahrt, bei der wiederum das Navi für eine unerwartete Fährüberfahrt sorgte, erreichte man das Ziel an der Elbe. Nachdem schon im vorausgehenden Spiel auf Raven Hoffmann und Artis Zvagulis verzichtet werden musste verschlimmerte sich die Personalsituation noch einmal durch das Fehlen von Florian Bockholt, der sich planmäßig zum Heimatbesuch bei der Familie verabschiedete. Dementsprechend war man zu weiteren Umstellungen innerhalb der eingespielten Blöcke gezwungen. Zudem nahm Dieter Ritgen für dieses Spiel die Position zwischen den Pfosten ein.
In der Folge nahm „das Grauen“ seinen Anfang. War man während der Kabinenansprache noch voller Enthusiasmus im Hinblick auf die mögliche Tabellenführung gewesen, wurde dieser durch das extrem forsche Auftreten der Spielgemeinschaft aus Mittelnkirchen/Stade schnell gedämpft. Bereits in der zweiten Minute wurde die völlig neben sich stehende Defensive der Westfalen das erste Mal überwunden. Auch im weiteren Verlauf des Drittels fand sich kein Rezept gegen die aggressive Spielweise des Gegners. Folgerichtig geriet man zur Hälfte des ersten Drittels mit 0:4 in Rückstand, was den Trainer früh dazu bewegte eine Auszeit zu nehmen, um so den Spielfluss des Gegners zu Unterbrechen. Doch auch diese Maßnahme konnte keine Veränderung im Spiel des Floorball Clubs hervorrufen. Der Club agierte weiterhin geschockt und kopflos. Zu allem Überfluss schwächte man sich noch selbst durch eine zweiminütige Zeitstrafe wegen überharten Körpereinsatzes. Zum Drittelende offenbarte die Anzeigetafel aus Sicht des WFC ein niederschmetterndes 0:7. Nach diesem unterirdischen Drittel versuchte man sich in der Drittelpause erst einmal zu beruhigen und erneut Konzentration für die noch ausstehenden Drittel aufzubauen.
Nun selbst aggressiver agierend um so den Druck aus dem eigenen Drittel zu verlagern, begannen die Westfalen das zweite Drittel durchaus vielversprechend, als man direkt zu Beginn zwei Tore durch Phillip Mertens und Andreas Ritter erzielte. Doch die anfängliche Euphorie wurde durch zwei aufeinanderfolgende Tore des Gegners wieder zunichte gemacht. Bis zum Drittelende entwickelte sich ein offener Schlagabtausch bei dem die Teams jeweils abwechselnd trafen, so dass das zweite Drittel unentschieden mit 5:5 beendet wurde (Spielstand 5:12). Besonders effektiv konnte der WFC seine Überzahlsituationen umsetzten. In diesen konnte Thanh Binh Tran seine Schussstärke wieder einmal aufzeigen und zweimal einnetzen.
Im dritten Drittel setzte der WFC alles auf eine Karte und fand mit neuem Goalie (wobei der vorige an allen Toren schuldlos war) und neuer taktischer Ausrichtung tatsächlich zu alter Stärke zurück. Nach einer furiosen Aufholjagd konnte man bereits nach acht gespielten Minuten durch Tore von Tobias Wangemann (2), Andreas Ritter (2) und Karlis Krastins bis auf einen Zähler aufschließen. Doch so schnell das Glück zurück gekehrt war verging es auch wieder. In der 53. Minute wurde ein fragwürdiger Penalty gegen den Floorballclub ausgesprochen. Diesen konnte man zwar abwehren, jedoch wurde die Aufholjagd durch die folgende Zeitstrafe enorm gebremst. Nach offensichtlichem Stockschlag gegen einen Spieler des WFC konnte der MTV Mittelnkirchen im Gegenzug gar die zwei Tore Führung wiederherstellen. Wenig später musste man das Spiel endgültig verloren geben, als erneut eine mehr als übertriebene Strafe gegen den WFC ausgesprochen wurde. Auch eine Herausnahme des Torhüters konnte kein weiteres Tor erzwingen. Letztendlich geht der Sieg, aufgrund des desolaten ersten Drittels der Westdeutschen, verdientermaßen an den MTV Mittelnkirchen, bei dem vor allem Jonas Hoffmann und Steffen Horn brillieren konnten. Der WFC hingegen muss sich die Frage stellen ob man mit der richtigen Einstellung in diese Partie gegangen ist und die Priorität am Vorabend nicht hätte anders setzen sollen. Das wieder einmal die Schiedsrichter, die vom Liga-Konkurrenten TV Lilienthal gestellt wurden, vor allem im letzten Drittel eine eher unglückliche Figur abgaben, soll hierbei jedoch nicht als Entschuldigung für diese Niederlage herhalten. Mit Ausblick auf das Pokal-Derby gegen den 1.-Ligisten SSF Bonn am kommenden Wochenende, ist eine deutliche Leistungssteigerung von Nöten um in diesem Spiel bestehen zu können. Anpfiff der Partie am 28.11. ist um 14:30 Uhr in der Ballsporthalle Münster.
Aufstellung:
SG Mittelnkirchen/Stade:
[T] Jonas Modner, Jannick Ropers, [C] Diedrich Stechmann, Sören Dehmel, [T] Thomas Klinger, Steffen Horn, Carsten Hebbeler, Jonas Hoffmann, Jonas Dehmel, Jonas Heintsch, Florian von Kroge, Hauke Bohmbach, Eike Willbrand, Arne Kerlin, Jasper Giesler, Matthies Riebesell, [T] Raik Becker
Westfälischer Floorball Club:
[T] Tobias Hoffmann, [T] Dieter Ritgen, Björn Büchler, Tobias Wangemann, [C] Andre Kiethe, Viktor Klewno, Alexander Panzer, Karlis Krastins, Andreas Ritter, Philipp Mertens, Thanh Binh Tran, Artis Zvagulis





