Eine kleine Überraschung konnten die Zuschauer der Pokalachtelfinalpartie zwischen dem Westfälischen Floorball Club und dem SSF Bonn am vergangenen Sonntag in Münster erleben. Dort konnte der Westfälische Floorball Club den favorisierten Erstligisten aus Bonn mit 9:5 schlagen und ins Viertelfinale des FVD-Pokals einziehen.
Nach dem enttäuschenden Spiel der letzten Woche in Mittelnkirchen und der damit einhergehenden verpassten Gelegenheit auf die Herbstmeisterschaft der 2. MaXxPrint FBL, hieß die Devise für den anstehenden Pokalfight – Wiedergutmachung. Entsprechend hoch war die Motivation für dieses Match, in dem die Westfalen dem ewigen Rivalen aus dem Rheinland, bei dem man bis dahin immer knappe Niederlagen in Pokal und Meisterschaft hatte einstecken müssen, endlich auch einmal ein Bein stellen wollte. Besonders motiviert war der 2. Goalie des WFC, Dieter Ritgen, der endlich einmal gegen die Mannschaft aus seiner Heimatstadt gewinnen wollte. Weiterhin beflügelnd wirkte sich die großartige lautstarke Kulisse beim ersten Auftritt der Saison in der Ballsporthalle in Münster aus. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle nochmals den zahlreich erschienen Jugendspielern und deren Eltern. Mit dieser Unterstützung im Rücken und der Tatsache, dass der Gegner aus Bonn nicht mit kompletter Mannschaftsstärke antrat, sahen die Vorzeichen für diese Partie äußerst positiv aus. Im Gegensatz zum Team aus der ehemaligen Hauptstadt, konnte der WFC nach der Genesung Raven Hoffmanns wieder auf einen breiten Kader zurückgreifen. Lediglich auf den zuletzt so überzeugend spielenden Thanh Binh Tran musste man an diesem Tag leider verzichten.
Aufgrund dessen, dass sich auch trotz der erwähnten Ausfälle immer noch einige sehr gute Einzelspieler in den Reihen der Bonner spielten, ging der WFC mit einer defensiveren Grundausrichtung ins Rennen. Der ruhige und kontrollierte Spielaufbau sollte sich das erste Mal in der 11. Minute des Drittels auszahlen, als Viktor Klewno den Ball zur 1:0 Führung ins gegnerische Netz befördern konnte. Selbiger konnte sich wenige Minuten später zum zweiten Mal auf dem Spielberichtsbogen verewigen – allerdings diesmal mit einer zweiminütigen Zeitstrafe wegen Bodenspiels. Diese konnte man jedoch mit einem gewohnt guten Penalty Killing (an diesem Nachmittag 100 %) unbeschadet überstehen. Weiterhin aus einer sicheren Defensive agierend gelang dem Club kurz vor Ende des Drittels das zweite Tor durch Karlis Krastins. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause.
Mit gestärktem Selbstbewusstsein durch das vorangegangene Drittel agierte der WFC zu Beginn des 2. Drittels mit einer offensiveren Spielweise. So konnte man die nun völlig verunsichert und ratlos agierenden Bonner weiterhin unter Druck setzten und die Führung durch Tore von Tobias Wangemann und Karlis Krastins (2) schnell auf ein 5:0 ausbauen. Diese verloren angesichts des fünf Tore Rückstands und eines wieder einmal überragend aufspielenden und zu keiner Zeit zu stoppenden Karlis Krastins die Beherrschung und kassierten für unsportliches Verhalten (Schlägerwurf) eine 10 + 2 minütige Zeitstrafe. Diese konnte der WFC zwar nicht in ein weiteres Tor ummünzen, jedoch kontrollierte man in dieser Zeit das Spiel weitgehend und ließ dem Gegner keine Gelegenheit den Anschlusstreffer zu erzielen. Nach zwei weiteren Strafzeiten gegen jeweils ein Team, musste der WFC 13 Sekunden vor der Drittelsirene doch noch den ersten Treffer der Dragons aus Bonn hinnehmen.
Das Schlussdrittel begann für den WFC mit dem frühen Gegentor in der zweiten Minute äußerst unglücklich, gab dieser Treffer den Bonnern doch wieder die Hoffnung doch noch ausgleichen zu können. Dieses aufbäumen wurde jedoch im direkten Gegenzug wieder erstickt, als Björn Büchler den Ball per Schlagschuss ins kurze Eck des Bonner Tores setzte. In der Folge kam die Bonner Unbeherrschtheit (Strafzeit für Reklamieren) wieder zum Vorschein und bescherte dem WFC weitere vier Minuten Überzahl, die man durch das 4. Tor von Karlis Krastins auch erfolgreich beenden konnte. Mit nachlassender Kondition und Konzentration kam es in der Folge zu einem offenen Schlagabtausch mit zwei weiteren Toren auf Seiten des WFC durch Florian Bockholt und Tobias Wangemann. Dabei konnte man zwei weitere Strafzeiten schadlos überstehen. Am Ende stand ein verdienter und in zwei Dritteln durchaus überzeugender 9:5 Sieg über den Erstligisten aus Bonn, mit dem auch die langjährige Serie von Niederlagen gegen die Dragons endlich beendet wurde. Nun erwartet man mit Spannung die Auslosung des Viertelfinals, bei dem man wahrscheinlich auf bisher unbekannte und deutlich stärkere Gegner treffen wird.
Spielinfo: Westfälischer Floorball Club – SSF Bonn
Westfälischer Floorball Club:
[T] Tobias Hoffmann, [T] Dieter Ritgen, Björn Büchler, Tobias Wangemann, [C] Andre Kiethe, Raven Hoffmann, Juris Krastins, Viktor Klewno, Alexander Panzer, Karlis Krastins, Florian Bockholt, Andreas Ritter, Philipp Mertens, Artis Zvagulis
SSF Bonn:
[T] Klein, Felix, Jochen Hahnen, [C] Simon Kandziora, Eugen Friesen, Patrick Lamers, Antti Wolk, Peter Hahnen, Jeroen Risse, Markus Mayer





